Fitnessmythen
  08.04.2021 •     Allgemeines

Was steckt tatsächlich hinter diesen Fitnessmythen?

“Tägliches Training ist schlecht!“

Diesen Mythos kann man nicht klar mit Ja oder Nein beantworten, da es hier auf die Art des Trainings ankommt und auch die Regeneration der Muskulatur beachtet werden muss. Wenn ihr bei uns in der Sportinsel trainiert wird, lediglich ein Muskelreiz gesetzt, was nicht gleichzeitig zu einem Wachstum der Muskulatur führt, denn der Muskel wächst ausschließlich in der Zeit der Regeneration Zuhause. Aufgrund dessen macht ein tägliches Ganzkörpertraining keinen Sinn, da wir unseren Muskeln keine Pause gewähren. Der menschliche Körper hat nach einer Trainingseinheit eine verminderte Leistungsfähigkeit und durch die Phase der Erholung und Regeneration erreicht der Körper eine überschießende Anpassungsreaktion. Wird ein neuer Trainingsreiz zu früh gesetzt und die Regenerationszeit zu knapp bemessen, erreicht der Körper diese überschießende Anpassungsreaktion nicht und negative Effekte wie Übertraining können eintreten. Tägliches Training macht dann Sinn, wenn jeweils unterschiedliche Muskelgruppen trainiert werden. Das sogenannte Split Training ist als Trainingsform im Kraftsport schon lange etabliert und lässt der belasteten Muskulatur genügend Zeit zur Regeneration. Der große Vorteil des Split Trainings ist, dass die Phase der Regenration genutzt werden kann, um in dieser Zeit den Trainingsreiz bei anderen Muskeln zu setzen.

“Aufwärmen vor dem Training ist nicht notwendig!“

Das Aufwärmen wird bekanntlich von vielen Trainierenden unterschätzt und teilweise sogar ausgelassen. Die Wenigsten wissen wahrscheinlich, dass der menschliche Körper nach einem Warm Up deutlich leistungsfähiger im Training ist, da sich die Durchblutung erhöht und somit auch mehr Blut im Muskel ankommt. Dadurch haben wir mehr Nährstoffe zur Verfügung, wodurch der Muskel seine Energie zieht. Das Aufwärmen hat natürlich auch einen präventiven Effekt, da die Gelenke warm werden und die Muskelfasern richtig durchblutet werden, wodurch wir eher dazu geneigt sind uns im Training nicht zu verletzen. So können auch Fehler in der Übungsausführung durch einen aufgewärmten Muskel deutlich besser aufgefangen werden. Aufgewärmte Muskulatur verbessert außerdem die intramuskuläre Koordination, also das Zusammenspiel zwischen dem Nervensystem und der Muskulatur, wodurch wir mehr Kraft haben und gleichzeitig auch mehr Gewicht bewegen können. Das Aufwärmen ist allerdings auch wichtig für unsere Psyche und dient als mentale Vorbereitung auf das Training, so dass wir mit einer optimalen körperlichen und mentalen Verfassung ins Training starten können.

“Das Knie bei der Kniebeuge nicht über die Zehenspitzen schieben!“

Um zu klären, ob wir unsere Knie bei der Kniebeuge über die Zehenspitzen schieben dürfen, müssen wir uns zunächst die Bewegung nochmals anschauen. Die Knie gelangen dann über die Zehenspitzen, wenn wir eine tiefe Kniebeuge, also eine Kniebeuge tiefer als 90° ausführen. Hier wären wir direkt beim nächsten Mythos, dass eine tiefe Kniebeuge nicht gut für unser Kniegelenk ist und man lediglich die Bewegung bis zu 90° tief ausführen soll. Führen wir jedoch unsere Kniebeuge aus und setzen dabei den Umkehrpunkt der Bewegung bei 90°, so drückt hier die Patellasehne maximal die Kniescheibe ins Gelenk, was zu einem sehr hohen Druck führt. Wenn wir bei der Kniebeuge jedoch tiefer als 90° gehen, verschiebt sich der Druck auf die Vorderseite des Schienbeins und nimmt im Kniegelenk ab. Somit ist es für unser Kniegelenk angenehmer, wenn wir eine tiefe Kniebeuge ausführen und auch unsere Knie über die Zehenspitzen schieben, als wenn wir nur bis 90° tief gehen. Dazu haben wir eine größere Bewegungsamplitude. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass zum einen eine tiefe Kniebeuge deutlich schonender für unser Kniegelenk ist und wir die Knie auch ohne Bedenken über die Zehenspitzen schieben können. Wichtig bei der tiefen Kniebeuge ist es die Knie leicht nach außen zu schieben, dabei die Hüfte zu öffnen, damit auch der Gesäßmuskel arbeiten kann.

erstellt von Dennis

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