Faszientraining
  05.03.2021 •     Gesundheit

Was sind Faszien und warum sind sie so wichtig?

Lange Zeit galten die Faszien als einfache Hülle über den Muskeln und Organen. Ihnen wurde im Zuge von Forschungsarbeiten nur sehr wenig Beachtung geschenkt. Durch den aktuellen Wissens- und Forschungsstand, wird den Faszien nun doch deutlich mehr Anerkennung und Wertschätzung entgegengebracht. Zahlreiche Studien belegen mittlerweile die Wichtigkeit des Gewebes in Bezug auf die Bewegung, die Stabilität und die Versorgung. Dabei ist zu beachten, dass die Kenntnisse über die Faszien neu und stetig im Wandel sind. Die Wissenschaft steht in diesem Themengebiet erst am Anfang und somit gibt dieser Bericht nur den momentanen Stand der Forschung wieder.

Das Fasziengewebe ist eine Art Hülle, die den kompletten menschlichen Körper innerlich umgibt. Alle Organe und alle Nerven, sowie jeder Knochen und jeder einzelne Muskel ist von dieser feinen Bindegewebsschicht überzogen. Faszien bilden also das Verbindungsnetz und halten im menschlichen Körper alle Komponenten an Ort und Stelle. Somit bilden sie die Grobform des Menschen. Ohne Faszien würden die Organe in sich zusammensacken und keinerlei Befestigung im Körper haben. Jede Struktur im Körper ist von Faszien umgeben. Nicht nur die großen Organe, sondern auch jede einzelne Muskelfaser und sogar die Gehirnstruktur wird aus Faszien gebildet.

Faszien bestehen überwiegend aus Proteinen und entstehen bereits in der embryonalen Entwicklung des Menschen. Das Fasziengewebe enthält Stammzellen, welche sich je nach Belastung in den ersten acht Lebensjahren differenzieren und ausbilden. Aus diesem Grund sind Kinder, die früh Sportarten ausüben, in welchen eine Hohe Dehnfähigkeit gefragt ist, häufig bis ins Hohe Alter deutlich beweglicher als ihre Mitmenschen. Typische Sportarten in diesem Bereich sind beispielsweise Ballett oder Turnen.

Grundsätzlich werden den Faszien vier Hauptfunktionen zugeschrieben. Zum einen sind sie für die Formgebung verantwortlich. Wie oben bereits erwähnt, bilden die Faszien das Grundgerüst des menschlichen Körpers. Bis vor kurzen gingen die Wissenschaftler davon aus, dass die Muskeln das Skelett stützen würden. Diese Ansicht ist mittlerweile allerdings widerlegt, denn man geht nun davon aus, dass größtenteils die Faszien die Aufgabe des Stützens innehaben. Alles im Körper ist über Faszien verbunden. Knochen und Muskeln werden über Sehnen verbunden. Die Sehne wiederum besteht aus Fasziengewebe. Zwei Knochen werden über ein Band oder eine Gelenkkapsel miteinander verknüpft. Auch diese Bestandteile bestehen ebenso aus Fasziengewebe. Zudem, dass Faszien die einzelnen Elemente miteinander verbinden, grenzen sie wiederum die einzelnen Strukturen voneinander ab.

Eine weitere Hauptfunktion der Faszie ist die Bewegung. Bei starken mechanischen Reizen von außen werden die Muskeln und die Organe durch die Faszien geschützt, indem sie die einwirkenden Kräfte zum Teil abfangen. Durch sie werden Bewegungen reibungslos möglich, denn sie unterstützen die einzelnen Strukturen dabei, aneinander vorbeizugleiten. Dies gilt sowohl für die Muskeln, als auch für die Organe im Körper, die bei jeder Bewegung des Menschen leicht ihre Lage verändern.

Zudem haben Faszien die Hauptfunktion der Versorgung, denn sie sind unerlässlich bei Stoffwechselvorgängen im Körper. Alle Stoffe, egal ob Nährstoffe oder Abbauprodukte, diffundieren durch das Fasziengewebe in die Zellen und auch wieder aus den Zellen heraus in die Blut- und Lymphgefäße.

Die letzte wichtige Hauptfunktion der Faszien ist die Kommunikation. Das Fasziengewebe spielt eine unerlässliche Rolle für die Wahrnehmung des Körpers und seiner Lage im Raum. Unzählige Sensoren und Rezeptoren nehmen mechanische Reize auf und leiten diese über die Nervenbahnen an das Gehirn weiter. Auch die Muskelfaszien und Muskelsehnen sind von solchen Rezeptoren besetzt. Da sich das Fasziennetz durch den gesamten Körper, bis in jede einzelne Zelle hineinzieht, bildet es das größte Informationsnetzwerk des Menschen. Diese großflächige Kommunikation macht sich beispielsweise auch die Akkupunktur zu nutzen. Sobald eine Nadel in den Körper einsticht, legen sich Kollagenfasern um die Akkupunkturnadel und bilden so den Auslöser für mechanische Reize. Die Kollagenfasern können sich selbstständig zusammenziehen und reagieren so auch auf chemischer Ebene auf Botenstoffe, die mit Stress im Zusammenhang stehen. Dass psychische Belastungen Verspannungen und somit auch Schmerzen verursachen können, ist längst keine Vermutung mehr, sondern bereits wissenschaftlich nachgewiesen. Es wird vermutet, dass das Fasziengewebe aufgrund von übermäßigen und dauerhaften Stresshormonen an Flexibilität verliert und es im Körper somit zu Verspannungen und Schmerzen kommt. Man geht mittlerweile sogar davon aus, dass die Gesundheit der Faszien im engen Zusammenspiel mit psychischen Erkrankungen wie Ängsten oder Depressionen steht.

Somit lässt sich Zusammenfassend über dieses unscheinbare Bindegewebe im Menschlichen Körper sagen, dass ihm doch eine sehr große Bedeutung im Bezug auf die Gesundheit zu Teil wird. Diese steht und fällt mit einem intakten Fasziengewebe, sei es in Bezug auf die mentale, oder die physische Gesundheit eines jeden einzelnen Menschen.

erstellt von Jessica

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